(NHL) Als die NHL beschloss, nach Las Vegas zu expandieren, sahen sich die meisten Manager die Gefahr, entweder einen ziemlich guten Spieler zu verlieren oder sich von Vermögenswerten zu trennen, um eben das zu verhindern. Einige Teams machten ersteres, andere Teams letzteres.
Das Ergebnis sehen wir nun am Team der Golden Knights, die schon ihrer Premierensaison die erste Playoff-Runde nach Belieben dominieren und und von vielen anderen NHL-Klubs um ihre Kaderstärke in etwa genauso beneidet werden, wie der FC Bayern um seine Quoten bei online Fussball Wetten. Nun plant die NHL abermals zu expandieren, nach Seattle, voraussichtlich zur Saison 2020/21. Die Teams sehen sich dann abermals den gleichen ärgerlichen Entscheidungen ausgesetzt. Aber anders als im letzten Sommer, als die Manager herbe Verluste hinnehmen mussten, werden sie diesmal rückblickend profitieren. NHL-Kommissar Gary Bettman hat bereits klargestellt, dass Seattle, sollte es den ausgewählt werden, genau den gleichen Expansionsregeln Folge leisten muss, wie die Golden Knights. Oder wie es New Jerseys Manager Ray Shero ausdrückte: „Für 650 Millionen Dollar würden sie sicher nicht weniger bekommen.“
Was also wird das Resultat sein? Werden die Teams weniger dazu geneigt sein, Deals zu vereinbaren, um die Spieler zu halten und stattdessen Seattle einfach erlauben, einen Spieler zu wählen? Werden sich die Klubs an die Knights-Transfers von Reilly Smith und Jonathan Marchessault aus Florida und Erik Haula und Alex Tuch aus Minnesota erinnern und diesmal vielleicht davor zurückschrecken, Spieler ähnlichen Kalibers zu verkaufen? Wie auch im letzten Jahr, wird es davon abhängen, in welchem Stadium sich die Kaderplanung befindet. Minnesota wollte Mathew Dumba und Jonas Brodin halten, also gaben sie Tuch und Hula an Vegas ab und erhielten im Gegenzug dafür den Pick für die dritte Runde. Die Entscheidung war nicht gerade populär bei Wild gewesen, aber Manager Chuck Fletcher sagte: „Wir waren der Meinung, dass es sich gelohnt hat, einen Preis zu zahlen, damit wir diese Spieler halten konnten. Unser Ziel war es, unsere besten vier Verteidiger zu halten. Sie sind die Stärke unseres Teams. Wir wussten, dass wir dafür einen Preis zahlen müssen und dazu waren wir bereit.“
Was die Manager bei der nächsten Expansion brauchen, ist Information und davon werden sie diesmal weitaus mehr haben. Noch ist es zu diesem Zeitpunkt zwar schwer absehbar, wie es um die finanzielle Lage der jeweiligen Klubs stehen wird, dennoch besteht die Möglichkeit, dass sie keine Vermögenswerte aufgeben müssen, um wie im Sommer 2017 eine flache Gehaltsobergrenze einzuhalten. Ein weiterer Aspekt des Spielermanagements waren sogenannte No-move-Verträge. Diese zwangen eine Reihe von Teams, Spieler zu halten, die sie lieber abgegeben hätten. Es wird sicherlich kein Team davon abhalten, John Tavares einen No-Movement-Vertrag anzubieten, wenn er diesen Sommer auf den freien Markt kommt. Denn Tatsache ist, dass man Starspieler wie Tavares sowieso immer halten möchte wird.
Die Vegas-Expansion hat die NHL wachgerüttelt. Es war eine große Chance für Spieler, die bei anderen Teams nicht zum Zug kamen. Mit dieser Erfahrung dürften die Manager auf die nächste Expansion vorbereitet sein. „Ich garantiere, wir haben alle etwas daraus gelernt“, sagte St. Louis Manager Doug Armstrong. „Vielleicht wird der schlechteste Job im Eishockey, der des Managers von Seattle sein.“
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