Eisbären BurgauNeue Durchschlagskraft im Sturm: Roman Blahyi kommt zu den Eisbären
(BYL) Die Eisbären haben für die Saison 2026/27 nochmals einen Angreifer mit außergewöhnlicher Vita bekommen: Roman Blahyi schnürt künftig die Schlittschuhe für den ESV. Der gebürtige Kyjiwer ist ein 1,89 Meter großer, rechtsschießender Flügelstürmer, der auf beiden Außenbahnen zu Hause ist – und der die Offensive der Eisbären mit genau der Durchschlagskraft beleben soll, für die er über seine gesamte Laufbahn stand.
Weil es in der Ukraine seinerzeit nur einen einzigen Profiklub gab, wechselte er als Teenager nach Belarus, um sich sportlich weiterzuentwickeln. Es folgte eine Karriere quer durch Osteuropa und Zentralasien: Stationen in den ersten drei belarussischen Ligen, in Kasachstan sowie in der russischen 2. Liga VHL und der zweitbesten Eishockeyliga der Welt, der KHL. Prägend war für ihn vor allem die Zeit beim HC Donbass, mit dem er zunächst die ukrainische Meisterschaft und später die KHL bestritt. Für Metallurg Novokuznetsk lief er ebenso kurzzeitig in der Kontinental Hockey League auf. Seine erfolgreichste Einzelsaison hatte er 2015/16 in der VHL bei Saryarka Karaganda, die er mit 25 Treffern als bester Torschütze der Liga abschloss.
Wie erfolgreich Roman in seiner Heimat war, zeigen die Zahlen: Achtmal wurde er Ukrainischer Meister, allein in der ukrainischen Topliga stehen 311 Spiele mit 357 Scorerpunkten (211 Tore, 177 Vorlagen) zu Buche. Auch international war er über Jahre eine feste Größe im Aufgebot der ukrainischen Nationalmannschaft, für die er auch 12 Mal in der Qualifikation für Olympia auflief. Mit dem Team gewann er bei den Weltmeisterschaften der Division I B 2013 und 2016 zweimal die Goldmedaille und 2021 Bronze. Besonders in Erinnerung ist dem 38-Jährigen seine erste WM 2013 im heimischen Donezk geblieben, bei der er in fünf Spielen sechs Tore erzielte und Torschützenkönig wurde – ein Turnier, das ihm nach eigenen Worten einen enormen Schub gab.
Der Kontakt nach Burgau kam über einen alten Weggefährten zustande: Oleg Novikov, mit dem Blahyi einst beim HC Donbass zusammenspielte, stand früher selbst zwei Jahre für die Eisbären auf dem Eis und stellte den Draht zum Verein her.
Der Weg nach Deutschland war für Blahyi kein einfacher. Seine Familie verließ die Ukraine bereits im Jahr 2022, als es für sie dort nicht mehr sicher war; ihm selbst war eine Ausreise zunächst nicht möglich, sodass er ihr erst zwei Jahre später in die Bundesrepublik folgen konnte. „Einfach ist es nicht", sagt er über das Ankommen – ein neues Land, eine neue Sprache, andere Regeln und eine andere Mentalität, die ihm nach eigener Aussage aber ausgesprochen gut gefällt. Zuletzt stand er bis zum Anfang der Saison 2024/25 rund drei Spielzeiten für Sokil Kyiv in der ersten ukrainischen Liga auf dem Eis, für die er in 79 Spielen 91 Scorerpunkte erzielte und dreimal in Folge Meister wurde. Die Lust auf Eishockey ist bei Roman ungebrochen. Mit den Eisbären steht der Stürmer bereits seit dem Anfang der Vorbereitung auf dem Eis und konnte sich so schnell integrieren.
Sich selbst beschreibt Blahyi als Führungsspieler: In fast allen seinen bisherigen Teams gehörte er zu den prägenden Figuren, sammelte konstant Scorerpunkte und war in den entscheidenden Momenten verlässlich – bei seinem letzten Verein trug er zudem das Kapitänsamt.
„Die Eishalle ist wunderbar und echt gemütlich. Es ist wirklich klasse, dass es in einer so kleinen Stadt wie Burgau eine so gute Eishalle gibt – sie gefällt mir wirklich sehr. Der Verein hat klare Ziele für diese Saison, und ich habe vor, alles zu geben, um meinen Beitrag zu leisten und diese gesteckten Aufgaben gemeinsam zu erreichen. Ich hoffe sehr, dass ich bald wieder in Topform bin. Ebenso hoffe ich, dass den Fans mein Spiel gefällt und sie stolz darauf sein werden, dass ich Teil ihres Teams bin. Wir sehen uns bei den Spielen!", richtet der Neuzugang seine Worte an die Burgauer Fans.
Teammanager Heinzi Heinrich freut sich über den Transfer: „Als Oleg sich gemeldet und uns von Roman erzählt hat, waren wir sofort hellhörig – auf so eine Empfehlung gibt man etwas. Uns ist völlig klar, dass Roman erst wieder etwas Zeit braucht, um wieder reinzukommen. Die geben wir ihm gern. Wichtiger als jede Statistik war für uns aber der Eindruck aus den ersten Gesprächen. Wenn einer mit so einem Werdegang bei uns wieder Freude am Eishockey finden will, dann ziehen wir alle mit."
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